Dienstag, 28. April 2015

Kalenderblatt (28. April)

28. April

1589 Der in Berlin geborene Dichter und Humanist, Michael Haslob, stirbt in Frankfurt/Oder. Von 1572 bis zu seinem Tod war er Professor der Poesie an der Frankfurter Akademie.
1753 Der Naturwissenschaftler, Franz Carl Achard, wird in Berlin geboren. Er entwickelt die Technik zur Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben und errichtet 1802 die erste Rübenzuckerfabrik der Welt.
1771 Der Apotheker, Metallurg und Chemiker, Valentin Rose, stirbt in Berlin im Alter von nur 34 Jahren. Er entdeckte Roses Metall, eine Legierung aus Bismut, Blei und Zinn. Roses ehemaliger Lehrling, der Chemiker, Martin Heinrich Klaproth, führt die Apotheke weiter und kümmert sich um die vier Kinder.
1794 Die langjährige Geliebte von König Friedrich Wilhelm II, Wilhelmine Encke, wird in den Adelsstand erhoben. Fortan darf sie sich Gräfin Lichtenau nennen. Allerdings wurde das Datum der Urkunde um zwei Jahre zurückdatiert und der Titel somit rückwirkend verliehen. Tatsächlich erhob Friedrich Wilhelm II seine Mätresse erst 1796, also ein Jahr vor seinem Tod, zur Gräfin.
1853 Der als "König der Romantik" bekannt gewordene Dichter, Schriftsteller, Übersetzer und Publizist, Ludwig Tieck, stirbt in Berlin im Alter von 79 Jahren.
1858 Der Physiologe, Forscher, Meeresbiologe, Autor, Embryologe und Anatom, Johannes Peter Müller, stirbt in Berlin im Alter von 56 Jahren.
1896 Heinrich Gotthardt von Treitschke stirbt in Berlin im Alter von 61 Jahren. Der konservative Historiker und politische Publizist war Mitglied der Nationalliberalen im Reichstag. 1879 löste er mit Aussagen wie "Die Juden sind unser Unglück" den "Berliner Antisemitismusstreit" aus. Heutzutage ist eine Kontroverse um die Umbenennung von Straßen und Plätzen, die unter den Nationalsozialisten nach Treitschke benannt wurden, entbrannt.
1900 Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler, Bruno Apitz, wird in Leipzig geboren. Das frühere SPD- und spätere KPD-Mitglied sitzt wegen seiner Antikriegs-Propaganda in mehreren Zuchthäusern und Konzentrationslagern in Haft. Nach Kriegsende arbeitet er als Redakteur, Dramaturg und Hörspielautor. Sein bekanntester Roman "Nackt unter Wölfen" erscheint 1958.
1904 Willi Kollo (eigentlich Kollodzieyski) wird in Königsberg geboren. Der Komponist, Sänger, Autor, Liedtexter und Verlagsgründer ist der Stammvater einer bedeutenden Berliner Musikerdynastie.
1927 Otto Rosenberg wird in Draugupönen/Russland geboren, wächst aber in Berlin auf. 1936 wird er in das Zwangslager Berlin-Marzahn verbracht. Während ein Großteil seiner Familie dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer fällt, überlebt er die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Er wird Vorstandsmitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und Mitbegründer und Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg. 2007 wird an der Stelle des ehemaligen Zwangslagers in Berlin-Marzahn eine Straße und ein Platz nach ihm benannt. Die Sängerin Marianne Rosenberg ist seine Tochter.
1945 Hitler ist außer sich, als er von Himmlers Geheimverhandlungen mit den West-Alliierten über einen Separatfrieden erfährt und erteilt den Befehl, Himmlers Vertrauten und persönlichen Vertreter, den SS-General Hermann Fegelein, festzunehmen und zu erschießen. Fegelein ist seit 1944 mit Margarete, der jüngeren Schwester von Eva Braun, verheiratet.
Kurz vor Mitternacht heiraten Hitler und seine langjährige Geliebte.
1977 Josef ("Sepp") Herberger stirbt in Mannheim/Baden-Württemberg im Alter von 80 Jahren. Der Fußballspieler und -trainer spielte u.a. für Tennis Borussia Berlin und wurde Reichs- bzw. Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft. Der Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1954, deren Finale als "Wunder von Bern" in die Fußballgeschichte einging.
1982 Der CDU-Politiker Johann Baptist Gradl, Berliner Abgeordneter im Deutschen Bundestag in Bonn, unter Ludwig Erhard Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, wird Ehrenbürger der Stadt Berlin.
1989 Géza von Cziffra stirbt in Dießen/Bayern im Alter von 88 Jahren. Der in Arad geborene ungarische Filmregisseur und Drehbuchautor ging 1923 nach Berlin, wo er für das Berliner Tageblatt und die Welt am Abend tätig war. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.
1993 Das Berliner Abgeordnetenhaus im ehemaligen Preußischen Landtag wird nach einem rund 186 Millionen Mark teuren Umbau eingeweiht. Die erste Sitzung eröffnet einen Tag später Parlamentspräsidentin Dr. Hanna-Renate Laurien.
2001 Die Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin, Evelyn Künneke, stirbt in Berlin im Alter von 79 Jahren. Bestattet wird sie auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin neben ihrem Vater, dem Operettenkönig, Eduard Künneke.