Sonntag, 12. Oktober 2014

Kalenderblatt (12. Oktober)

12. Oktober

1760 Die Russen und die mit ihnen verbündeten Österreicher treten vor der herannahenden preußischen Armee den Rückzug an und verlassen das seit dem 9. Oktober besetzte Berlin. Der von Friedrich II entfesselte Siebenjährige Krieg wird noch bis 1763 andauern.
1791 Die Dichterin Anna Louisa Karsch stirbt in Berlin im Alter von 68 Jahren. Bestattet wird sie an der Sophienkirche in Berlin-Mitte. Seit 2001 gibt es in Berlin die Anna-Louisa-Karsch-Straße.
1800 Eugen von Puttkamer wird in Zemlin/Pommern geboren. Als dem Polizeipräsidenten am 27. Juli 1847 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin verliehen wird, kommt es auf der Straße zu lautstarken Protesten aufgebrachter Bürger.
1847 Im ersten Geschoss eines Berliner Hinterhauses gründen Werner Siemens und Johann Georg Halske die Telegraphen Bau-Anstalt. Obwohl die eigentliche Firmengründung bereits am 1. Oktober stattfand, wird die Firmeneröffnung bis heute am 12. Oktober gefeiert.
1865 Samuel Marot stirbt in Berlin im Alter von 94 Jahren. Der evangelische Theologe, Lehrer, Prediger, Oberkonsistorialrat und Superintendent gab gemeinsam mit Friedrich Schleiermacher das Berliner Gesangbuch heraus. Marot war Ehrendoktor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und Ehrenbürger der Stadt.
1866 Johannes Sassenbach wird in Breun/Nordrhein-Westfalen geboren. Der Autor und Verleger ist u.a. Mitbegründer des ersten Berliner Kabaretts, Mitglied der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und Vorsitzender der Volkshochschule. Außerdem ist er Berliner Stadtverordneter und der erste sozialdemokratische Stadtrat in Berlin.
1893 Franz Bonnet wird in Berlin geboren. Der Schauspieler ist u.a. an der Volksbühne Berlin und ab 1962 am Deutschen Theater tätig. In den 1930er Jahren übernimmt er auch Filmrollen und dreht später für die DEFA.
1902 Friedrich Möglich wird in Berlin geboren. Der Physiker und Forscher ist u.a. Direktor des Instituts für Festkörperforschung der Deutschen Akademie der Wissenschaften und Professor und Direktor des Instituts für theoretische Physik der Humboldt-Universität.
1925 Siegmund Breitbart stirbt in Berlin im Alter von 32 Jahren an den Folgen einer Blutvergiftung. Der als "Eisenkönig" bekannte Ringer und Artist verbog und zerbrach Eisenteile allein durch seine Körperkraft.
1927 Adolf Wermuth stirbt in Berlin im Alter von 72 Jahren. Der Jurist, Verwaltungsbeamte, Politiker und Mitbegründer des Reichswetterdienstes war Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Vorsitzender des Deutschen Städtetages und von 1912 bis 1920 Oberbürgermeister der Stadt Berlin.
1935 Das nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel in einer Rekordzeit von nur 18 Monaten errichtete Reichsluftfahrtministerium in Berlin, feiert Richtfest. Bereits im Sommer 1936 kann das Gebäude bezogen werden. In der ehemaligen Machtzentrale von Hermann Göring befindet sich heute das Bundesministerium der Finanzen.
1944 Carl Langbehn wird wegen seiner Kontakte zu westlichen Geheimdiensten, die er im Auftrag Himmlers geknüpft hat, in Berlin-Plötzensee durch den Strang hingerichtet. Er wurde 42 Jahre alt.
1998 Bernhard Minetti stirbt in Berlin im Alter von 93 Jahren. Der Theater- und Filmschauspieler arbeitete von 1930 bis 1945 am Staatstheater in Berlin und nach Kriesende am Berliner Schillertheater. 1973 erhielt er den Berliner Kunstpreis, 1974 den Deutschen Kritikerpreis und 1994 den Theaterpreis Berlin. Sein Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin. Bestattet wird er auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte.
2001 Witold Szalonek stirbt in Berlin im Alter von 74 Jahren. Der polnische Komponist war ab 1973 Professor an der Hochschule der Künste in Westberlin.
2004 Der 48-Jährige Wirtschafts- und Finanzpolitiker, Friedrich Merz, tritt von all seinen Spitzenämtern in der CDU zurück und beendet damit den jahrelangen Machtkampf mit Angela Merkel.
2005 Nach wochenlangen Sondierungsgesprächen einigt sich die Große Koalition auf die Verteilung der Ministerposten. Merkel wird das Kanzleramt übernehmen, CDU und CSU stellen 6, SPD acht Minister.
2011 Bahnarbeiter finden 16 Brandsätze, was erhebliche Einschränkungen des Bahnverkehrs im Großraum Berlin zur Folge hat. Die Deutsche Bahn setzt eine Belohnung von 100.000 Euro für Hinweise auf die Täter aus.
2012 Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) küren die vom Aussterben bedrohte Bekassine aus der Familie der Schnepfenvögel zum Vogel des Jahres 2013.

Die Europäische Union erhält den Friedensnobelpreis. Damit will das Komitee in Oslo den Beitrag der EU zur "friedlichen Entwicklung in Europa" würdigen.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Kalenderblatt (8. Oktober)

8. Oktober

1684 Der verwitwete Kurprinz und spätere König in Preußen, Friedrich I, und Sophie Charlotte von Braunschweig-Hannover heiraten. Die aus politschen Motiven geschlossene Ehe wird allerdings nicht glücklich.
1805 Karl August Ludwig Quanter wird in Berlin geboren. Der Schauspieler und Theaterregisseur ist 21 Jahre am Königlichen Hoftheater in Dresden tätig.
1839 Johannes Otzen wird in Sieseby/Schleswig-Holstein geboren. Der Architekt, Stadtplaner und Architekturtheoretiker lehrt an der Technischen Hochschule Charlottenburg und an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Er errichtet vorwiegend evangelische Kirchen.
1862 Otto von Bismarck, der am 24. September von König Wilhelm I zum Ministerpräsidenten ernannt worden ist, wird nun auch preußischer Außenminister, was ihm eine weitreichende Machtfülle verleiht.
1876 Hans Stille wird in Hannover geboren. Der Geologe und Forscher ist u.a. Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und Gründer des Geotektonischen Instituts, aus dem später das geophysikalische Zentralinstitut ZIPE hervorgeht.
1883 Otto Warburg wird in Freiburg/Baden-Württemberg geboren. Der Biochemiker, Arzt und Physiologe erhält 1931 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Er ist Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Professor an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und Gründer des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Zellphysiologie (heute Max-Planck-Institut). Die jährlich vergebene Otto-Warburg-Medaille ist eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der Biochemie in Deutschland. Anlässlich seines 80. Geburtstags wird Warburg Ehrenbürger der Stadt Berlin.
1887 Franz Dischinger wird in Heidelberg geboren. Der Bauingenieur und Spezialist auf dem Gebiet des Stahlbetonbaus konstruiert Schrägseilbrücken und entwickelt die weltweit erste Spannbetonbrücke ohne Verbund.
1919 Der sozialdemokratische Politiker Hugo Haase wird durch drei Schüsse so schwer verletzt, dass er an den Folgen des Attentats am 7. November in Berlin verstirbt.
1945 Felix Salten stirbt in Zürich im Alter von 76 Jahren. Der österreichisch-ungarische Schriftsteller wurde durch seine Tiergeschichte "Bambi Eine Lebensgeschichte aus dem Walde" (1923) weltbekannt. Er arbeitete u.a. für die "B.Z. am Mittag", die "Berliner Morgenpost" und das "Berliner Tageblatt".
1956 Die Theater- und Filmschauspielerin, Lucie Höflich, stirbt in Berlin im Alter von 73 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls. Posthum wird sie für ihre Rolle als Frau Bäumle in dem Spielfilm "Anastasia, die letzte Zarentochter" mit dem Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
1969 Emil Dovifat stirbt in Berlin im Alter von 78 Jahren. Der Publizistikwissenschaftler war Professor und Direktor des Deutschen Instituts für Zeitungskunde an der Humboldt-Universität Berlin. Außerdem gehört er zu den Mitbegründern der CDU und der Freien Universität.
1975 Walter Felsenstein stirbt in Berlin im Alter von 74 Jahren. Der aus Wien stammende Intendant und Regisseur gründete 1947 die Komische Oper in Berlin. U.a. war er Ehrendoktor der Humboldt-Universität zu Berlin.
1989 Der italienische Dirigent Claudio Abbado wird von den Berliner Philharmonikern als Künstlerischer Leiter des Orchesters gewählt. Damit tritt dieser die Nachfolge Herbert von Karajans an.
1992 Der SPD-Parteivorsitzende, Präsident der Sozialistischen Internationale und Ehrenbürger von Berlin, Willy Brandt, stirbt in Unkel/Rheinland-Pfalz im Alter von 78 Jahren an einer Krebserkrankung. Von 1969 bis 1974 war er Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er Bundesaußenminister und Regierender Bürgermeister von Westberlin. Seine unter dem Motto "Wandel durch Annäherung" neu definierte Ostpolitik beendete den unversöhnlichen Konfrontationskurs des Kalten Krieges und leitete mit den Ostverträgen eine Epoche der Entspannung und des Ausgleichs mit den Ostblockstaaten ein. Für diese Politik erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.
2000 Franz Gerhard Schmitt stirbt in Berlin im Alter von 90 Jahren. Der evangelische Theologe und Pfarrer war NSDAP-Mitglied, Parteifunktionär, SA-Gruppenführer und wurde Ende 1942 Militärpfarrer bei der Kriegsmarine. Nach seiner Entnazifizierung arbeitete er als Domprediger in Güstrow, wo er seinen Neffen Joachim Gauck und Gerhild ("Hansi") Radtke traute. 1964 wurde er Generalsuperintendent von Ostberlin. Nach seiner Penionierung siedelte er nach Westberlin über.
2007 Armin Willi Kämpf stirbt in Berlin im Alter von 81 Jahren. Der Schlagersänger und Impresario war einer der populärsten Künstler der DDR.
2009 Die am 17. August 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geborene deutsche Schriftstellerin, Herta Müller, erhält den Nobelpreis für Literatur. Sie hat ihren Wohnsitz in Berlin.

Hilde Eisler stirbt in Berlin im Alter von 88 Jahren. Die Journalistin war Mitbegründerin der Wochenpost und langjährige Chefredakteurin der DDR-Zeitschrift "Das Magazin". Sie war verheiratet mit dem Journalisten und Politiker Gerhard Eisler, dem Bruder des Komponisten der DDR-Hymne Hanns Eisler.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Kalenderblatt (5. Oktober)

5. Oktober

1770 Der Oberlandesgerichtsrat, Carl August Alsleben, wird in Magdeburg geboren. Am 12. Juni 1845 erhält er für sein großes soziales Engagement die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin.
1786 Johann Gottlieb Gleditsch stirbt in Berlin im Alter von 72 Jahren. Der Arzt, Botaniker und Professor war Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina. Außerdem leitete er den Botanischen Garten Berlin. Die nach ihm benannten Gleditschien sind Lederhülsenbäume aus der Familie der Hülsenfrüchtler.
1794 Johann George Hossauer wird in Berlin geboren. Der Hofgoldschmied, Unternehmer und Erfinder entwickelt ein fortschrittliches Verfahren zur serienmäßigen Herstellung plattierter Waren. Er arbeitet eng mit Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler zusammen. Auf der Gewerbeausstellung in Berlin 1822 gewinnt er die Goldmedaille. Friedrich Wilhelm III verleiht ihm den Titel "Goldschmied Seiner Majestät des Königs". 1845 verkauft Hossauer sein Patent an Werner von Siemens.
1856 Franz Beyschlag wird in Karlsruhe geboren. Er ist Professor für Geologie an der Bergakademie Berlin und Vorsitzender der Preußischen Geologischen Landesanstalt.
1863 Ludwig Borchardt wird in Berlin geboren. Der Ägyptologe und Architekt entdeckt am 6. Dezember 1912 die Büste der Königin Nofretete, die sich heute im Neuen Museum in Berlin befindet. Er wird zum Ägyptologischen Attaché am deutschen Generalkonsulat in Kairo ernannt, wo er das Kaiserlich-Deutsche Institut für ägyptische Altertumskunde und das Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde gründet.
1866 Leopold von Henning stirbt in Berlin einen Tag nach seinem 75. Geburtstag. Der Philosoph und Professor für Philosophie an der Berliner Universität ist Redakteur der stark von Hegel beeinflussten "Berliner Jahrbücher".
1910 Ernst von Leyden stirbt in Berlin im Alter von 78 Jahren. Der Internist und Hochschullehrer war zunächst Militärarzt, schied aber nach dem Deutsch-Dänischen Krieg aus dem Militärdienst aus. Danach war er Direktor der I. Medizinischen Klinik der Charité. Er gründete ein Krebsforschungsinstitut und den Deutschen Zentralverein zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke.
1927 Rolf Herricht wird in Magdeburg geboren. Der Schauspieler, Komiker, Musical- und Schlagersänger gehört zu den beliebtesten Künstlern in der DDR. Einem breiten Publikum wird er bekannt durch das Fernsehen, wo er zusammen mit seinem Sketchpartner Hans-Joachim Preil als Komikerduo "Herricht & Preil" auftritt.
1930 Reinhard Selten wird in Breslau/Polen geboren. Der Volkswirt und Mathematiker erhält 1994 gemeinsam mit den US-Amerikanern John Forbes Nash und John Harsanyi den Wirtschaftsnobelpreis. Damit ist er der bisher einzige Deutsche, der den Nobelpreis in dieser Kategorie erhielt.
1941 Der Grafiker, Karikaturist und Cartoonist, Manfred Bofinger, wird in Berlin geboren. Er gehört zu den bedeutendsten Grafikern der DDR.
1964 58 DDR-Bürgern gelingt die Flucht durch einen Tunnel von Ost- nach Westberlin. Einer der Grenzsoldaten verliert im Kugelhagel seiner Kameraden, die versuchen, die Flüchtenden aufzuhalten, sein Leben.
1966 Das auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte befindliche Alte Museum, das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde, wird nach seinem 1951 begonnenen Wiederaufbau der Öffentlichkeit übergeben.
2001 Jan Lenica stirbt in Berlin im Alter von 73 Jahren. Der in Polen geborene Grafiker, Briefmarken- und Plakatkünstler lebte seit 1986 in Berlin, wo er bis 1994 Professor an der Berliner Hochschule der Künste war.
2005 Gemeinsam mit den US-Forschern Roy J. Glauber und John L. Hall erhält der deutsche Wissenschaftler Theodor W. Hänsch den Nobelpreis für Physik. Er ist Mitglied der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und des Ordens Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste in Berlin sowie Ehrendoktor der Freien Universität Berlin.
2006 Der in Berlin geborene Unternehmer und Milliardär, Friedrich Karl Flick, stirbt in Auen/Österreich im Alter von 79 Jahren. Unrühmliche Schlagzeilen machte die sogenannte "Flick-Affäre", in deren Verlauf die FDP-Politiker Hans Friderichs und Otto Graf Lambsdorff sowie der Geschäftsführer Eberhard von Brauchitsch zu Bewährungs- bzw. Geldstrafen verurteilt wurden. Flick selbst wurde gerichtlich nicht belangt. Negativschlagzeilen machte er auch, als er sich weigerte, eine Entschädigung an die Zwangsarbeiter des Flick-Konzerns im Zweiten Weltkrieg zu leisten. Damit war er einer der wenigen Unternehmer, die sich nicht an dem Entschädigungsfonds beteiligten.
2007 Walter Kempowski stirbt in Rotenburg/Niedersachsen im Alter von 78 Jahren an Darmkrebs. Der Schriftsteller vermacht seinen Nachlass der "Stiftung Archiv der Berliner Akademie der Künste".
2008 Ernest Beutler stirbt in San Diego im Alter von 80 Jahren. Der in Berlin geborene Mediziner ist ein Pionier der Hämatologie.

Hans Richter stirbt in Heppenheim/Hessen im Alter von 89 Jahren. Der in Potsdam geborene Theater- und Filmschauspieler war der bekannteste Kinderstar der 1930-er Jahre. 1967 erhielt er den Berliner Kunstpreis.

Samstag, 4. Oktober 2014

Kalenderblatt (4. Oktober)

4. Oktober

1678 Friedrich Wilhelm von Grumbkow wird in Berlin geboren. Der Generalmajor, Geheime Staatsrat, Kriegsminister und Generalkriegskommissar ist ein enger Vertrauter des Soldatenkönigs und Mitglied seines berühmten Tabakskollegiums. Im Interesse Österreichs nimmt Grumbkow wiederholt Einfluss auf die preußische Außenpolitik.
1791 Leopold von Henning wird in Gotha geboren. Der Philosoph und Professor für Philosophie an der Berliner Universität ist Redakteur der stark von Hegel beeinflussten "Berliner Jahrbücher".
1857 Ferdinand Kurlbaum wird in Burg/Sachsen-Anhalt geboren. Der Physiker, Hochschullehrer und Leiter des Physikalischen Instituts der Technischen Hochschule Charlottenburg ist von 1910 bis 1912 Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
1928 Hermann Bamberg stirbt in Berlin im Alter von 82 Jahren. Er war Teilhaber einer Textilfirma, Handelsrichter, Vorsitzender des Berliner Vereins des Roten Kreuzes und langjähriges Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Am 26. Juni 1926 wurde er Ehrenbürger der Stadt Berlin.
1947 Der Physiker und Begründer der Quantenphysik, Max Planck, stirbt in Göttingen im Alter von 89 Jahren. Für die Entdeckung des Planckschen Wirkungsquantums erhielt er den Nobelpreis. Er war Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der heutigen Max-Planck-Gesellschaft.
1989 Walter Nicklitz stirbt in Berlin im Alter von 77 Jahren. Der Architekt und SPD-Politiker war Stadtrat und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Er wird in einem Ehrengrab auf dem Parkfriedhof Berlin-Neukölln beigesetzt.
1990 Im Plenarsaal des Berliner Reichstagsgebäudes findet die erste Sitzung des aus Bundestag und Volkskammer zusammengesetzten gesamtdeutschen Parlaments statt.
1999 Auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte wird in Anwesenheit von Bundeskanzler Schröder Richtfest für die Alte Nationalgalerie gefeiert. Das von Friedrich August Stüler entworfene und von Johann Heinrich Strack vollendete Gebäude soll nach einer umfangreichen Sanierung und Modernisierung im Herbst 2001 wiedereröffnet werden.
2003 Josef Ledwohn stirbt in Berlin im Alter von 95 Jahren. Der KPD-Funktionär und NS-Widerstandskämpfer half nach Kriegsende beim Wiederaufbau der Gewerkschaften. Von 1946 bis 1954 war er zudem KPD-Abgeordneter im Landtag von NRW. Nach dem Verbot der KPD in der Bundesrepublik und seiner 3½-jährigen Haft wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" lebte er in Ostberlin.

Gustav Schmahl stirbt in Berlin im Alter von 73 Jahren. Der Geiger und Hochschullehrer war u.a. Konzertmeister des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und Professor für Violine an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin.
2006 Tomas Schmit stirbt in Berlin im Alter von 63 Jahren. Der Aktions- und Avantgardekünstler, Zeichner und Autor zählt zu den Pionieren der Fluxus-Bewegung.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Kalenderblatt (2. Oktober)

2. Oktober

1816 Ferdinand Schmidt wird in Frankfurt/Oder geboren. Der Schriftsteller, Pädagoge und Publizist arbeitet an einer Armenschule und engagiert sich für ein besseres Bildungsniveau der sozial schwachen Schichten.
1826 Gustav Heinrich Wiedemann wird in Berlin geboren. Der Physiker, Physikochemiker und Dozent forscht auf dem Gebiet der Elektrizität, des Magnetismus und der Polarisation des Lichts. Nach ihm ist das Wiedemann-Franzsche Gesetz benannt.
1847 Paul von Hindenburg wird in Posen/Polen geboren. Der Generalfeldmarschall und Politiker wird 1925 Reichspräsident der Weimarer Republik. Am 30. Januar 1933 ernennt er Adolf Hitler zum Reichskanzler.
1858 Samuel Heinrich Spiker stirbt in Berlin im Alter von 71 Jahren. Der Journalist, Reiseschriftsteller und Bibliothekar war auch Mitherausgeber einer Zeitschrift und Redakteur.
1861 Friedrich Simon Archenhold wird in Lichtenau/Nordrhein-Westfalen geboren. Der Astronom war Mitbegründer der nach ihm benannten Archenhold-Sternwarte und der Urania-Wissenschaftsgesellschaft.
1920 Max Bruch stirbt in Berlin im Alter von 82 Jahren. Der Komponist, Dirigent und Musiklehrer wurde 1891 Leiter einer Meisterklasse der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. 1918 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität.
1953 Hunderttausende Berliner nehmen in einem Trauerzug Abschied von ihrem am 29. September verstorbenen Regierenden Bürgermeister, Ernst Reuter. Dieser wird zunächst im Rathaus Schöneberg aufgebahrt und am 3. Oktober in einem Staatsakt auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf in einem Ehrengrab neben seiner Frau Hanna beigesetzt. Bundespräsident Theodor Heuss hält die Trauerrede.
1967 Hans Jacob Reissner stirbt in Colton/USA im Alter von 93 Jahren. Der in Berlin geborene jüdischstämmige Ingenieur, Mathematiker und Physiker verließ Deutschland während des NS-Regimes.
1969 Die von dem Industriedesigner Erich John entworfene Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte wird eingeweiht.
2004 In mehreren in- und ausländischen Städten finden Großdemonstrationen gegen den europaweit fortschreitenden Sozialabbau statt. In Berlin zählen die Veranstalter rund 50.000 Teilnehmer.
2010 Der niederländische Politiker Geert Wilders nimmt auf Einladung des CDU-Politikers René Stadtkewitz an einer Diskussionsveranstaltung teil. Daraufhin wird Stadtkewitz aus der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus ausgeschlossen.

Samstag, 27. September 2014

Kalenderblatt (27. September)

27. September

1724 Anton Friedrich Büsching wird in Stadthagen/Niedersachsen geboren. Der evangelische Theologe und Geograph ist Schuldirektor und Oberkonsistorialrat in Berlin. Aus zwei Ehen hat er elf Kinder. Einer seiner Söhne wird Berliner Oberbürgermeister, ein weiterer Sohn wird ein namhafter Archäologe, Germanist und Volkskundler.
1774 Friedrich Karl Gollmick wird in Berlin geboren. Der Opernsänger und Kabinettssekretär tritt 30 Jahre als Tenor auf und wird nach seinem Karriereende erst Theaterdirektor und danach Musik- und Gesangslehrer.
1778 Carl Friedrich Rungenhagen wird in Berlin geboren. Bekannt wird der Komponist und Musikpädagoge vornehmlich durch seine Kirchenmusik, Oratorien, Kantaten und Lieder. Er ist Direktor der Sing-Akademie und Professor an der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin.
1793 Ernst Wilhelm Bernhard Eiselen wird in Berlin geboren. Der Lehrer, Publizist und Vertreter der Turnbewegung ist ein Schüler von Ludwig Jahn. 1825 errichtet er eine Turnanstalt in Berlin und 1832 die erste Turnanstalt für Mädchen.
1814 Die Berliner Salonnière und Schriftstellerin Rahel Levin und der Diplomat, Historiker und Publizist, Karl August Varnhagen von Ense, heiraten.
1848 Der Psychiater Ernst Horn stirbt in Berlin im Alter von 74 Jahren. Traurige Bekanntheit erlangte der Arzt an der Berliner Charité durch den Erstickungstod einer Patientin, der den ersten Arzthaftungsprozess Deutschlands zur Folge hatte.
1853 Christian Peter Wilhelm Beuth stirbt in Berlin im Alter von 71 Jahren. Der Ministerialbeamte und Mitglied des Staatsrats wurde zum "Vater der preußischen Gewerbeförderung". Seine Vereins- und Schulgründungen zur besseren beruflichen Ausbildung und der Transfer neuer Technologien aus dem Ausland führten in Preußen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung für Handel und Gewerbe und machte die preußischen Unternehmen international konkurrenzfähig.
1857 Johann Christoph Albers stirbt in Stuttgart im Alter von 62 Jahren. Der Mediziner, Botaniker, Malakologe und Forscher leitete 1830/31 in Berlin ein Cholera-Lazarett. Er lehrte an der Berliner Tierarzneischule und war von 1838 bis 1849 hier Direktor.
1894 Der Maler und Präsident der Deutschen Akademie der Künste in Berlin, Otto Nagel, wird in Berlin geboren. Von 1928 bis 1932 ist er Herausgeber der Satirezeitschrift Eulenspiegel. Seine Bilder gelten unter den Nazis als "entartet", er selbst wird mehrmals inhaftiert. 1965 wird er Ehrenbürger von Potsdam und 1970 posthum auch Ehrenbürger der Stadt Berlin.
1900 Albert Bernhard Frank stirbt in Berlin im Alter von 61 Jahren. Der Biologe und Forscher war seit 1881 Professor für Pflanzenphysiologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Nach ihm ist das Bakterium "Frankia alni" benannt.
1998 Aus der Wahl zum 14. Deutschen Bundestag geht die SPD mit 40,9% als Sieger hervor. CDU/CSU erringen 35,1%. Damit wird eine 16-jährige Kanzlerschaft von Helmut Kohl, der gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder angetreten ist, beendet. Die Grünen erhalten 6,7%, die PDS 5,1% und die FDP, die zum ersten Mal seit 29 Jahren nicht mehr an der Regierung beteiligt ist, kann 6,2% für sich verbuchen.
2001 Philip Rosenthal stirbt in Selb/Bayern im Alter von 84 Jahren. Der in Berlin geborene Industrielle und SPD-Politiker trat 1950 in die väterliche Porzellanfabrik ein, wo er als einer der ersten deutschen Unternehmer 1963 ein Beteiligungssystem für Arbeitnehmer etablierte. 1968 vermachte er testamentarisch einen Teil des Firmenvermögens einer Stiftung zur Fortbildung von Arbeitern zu Führungskräften.
2006 Im Berliner Schloss Charlottenburg findet die Auftaktsitzung der ersten Islamkonferenz auf deutschem Boden statt.
2009 Die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag bringt für CDU/CSU 33,8%, SPD 23,0%, FDP 14,6%, Linke 11,9% und Grüne 10,7%. Damit erreichen Union und FDP zusammen die notwendige Mehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition. Die Wahlbeteiligung liegt bei 70,78%.

Bei der gleichzeitig stattfindenden Landtagswahl in Brandenburg geht die SPD mit 33,0% als Sieger hervor. Platz 2 belegt die Linke mit 27,2%, Platz 3 die CDU mit 19,8% gefolgt von der FDP mit 7,2% und den Grünen mit 5,7%. Die Wahlbeteiligung liegt bei 67,0%.
2013 Bei einem Parteikonvent der SPD in Berlin verkündet Peer Steinbrück seinen Rücktritt aus der Bundestagsfraktion. Bereits vor der Bundestagswahl hatte dieser ein Amt im Kabinett Merkel ausgeschlossen.

Donnerstag, 25. September 2014

Kalenderblatt (25. September)

25. September

1744 Friedrich Wilhelm II von Preußen aus dem Hause Hohenzollern wird geboren. Der Neffe und Thronnachfolger von Friedrich dem Großen regiert von 1786 bis 1797. Von der Bevölkerung erhält er den wenig schmeichelhaften Beinamen "Der dicke Lüderjahn".
1777 Johann Heinrich Lambert stirbt in Berlin im Alter von 49 Jahren. Er war einer der bedeutendsten Mathematiker und Logiker. Außerdem machte er sich einen Namen als Physiker und Philosoph der Aufklärung. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin.
1811 Ludwig Scabell wird in Berlin geboren. Er gründet in Berlin die erste Berufsfeuerwehr Deutschlands und leitet diese von 1851 bis 1875.
1858 Albrecht Penck wird in Reudnitz/Sachsen geboren. Der Geograph und Geologe leitet das Geographische Institut an der Friedrich-Wilhelms-Universität und das Institut und Museum für Meereskunde in Berlin.
1875 Ludwig Lohde stirbt in Berlin im Alter von 69 Jahren. Der Architekt, Bauforscher, Herausgeber und Hochschullehrer war Schüler und später Mitarbeiter von Karl Friedrich Schinkel. Er war Professor am Königlichen Gewerbe-Institut in Berlin und an der Bauakademie.
1876 Adolf Glaßbrenner stirbt in Berlin im Alter von 66 Jahren. Da der Journalist, Humorist und Satiriker ein einflussreicher Anhänger der Märzrevolution 1848/49 war, wurde er des Landes verwiesen. Ab 1850 gab er in Hamburg Satire-Zeitschriften heraus. Erst 1858 kehrte er nach Berlin zurück.
1946 Der Schauspieler Heinrich George stirbt im Speziallager Sachsenhausen im Alter von 52 Jahren. Erst 1994 werden seine sterblichen Überreste gefunden und in einem Ehrengrab der Stadt Berlin auf dem Städtischen Friedhof Berlin-Zehlendorf beigesetzt.
1970 Erich Maria Remarque stirbt in Locarno/Schweiz im Alter von 72 Jahren. Der Schriftsteller und Pazifist lebte bis 1929 in Berlin, wo er seinen Bestseller "Im Westen nichts Neues" schrieb, der ihn durch die Hollywood-Verfilmung 1930 weltberühmt machte. Seine Bücher wurden in Berlin 1933 öffentlich verbrannt und er selbst 1938 ausgebürgert.
1984 Erich Arendt stirbt in Wilhelmshorst/Brandenburg im Alter von 81 Jahren. Der Lyriker, der auch als Übersetzer für die Werke des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda tätig war, wird auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin bestattet.
1996 Heinz Engelmann stirbt in Tutzing/Bayern im Alter von 85 Jahren an Herzversagen. Der in Berlin geborene Theater-, Film- und Fernsehschauspieler war auch als Synchronsprecher und Autor tätig. Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte er durch die Krimiserien "Stahlnetz" und "Das Kriminalmuseum". Er lieh seine Stimme u.a. John Wayne, William Holden, Stewart Granger, Randolph Scott, Gregory Peck und Gary Cooper.
2000 Albert Wollenberger stirbt in Berlin im Alter von 88 Jahren. Der Arzt, Biochemiker und Pharmakologe war von 1965 bis 1972 Direktor am Institut für Kreislaufforschung der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und ab 1972 am Zentralinstitut für Herz-Kreislaufforschung. Er gilt als Mitbegründer der molekularen und zellulären Kardiologie. 1960 entwickelte er ein nach ihm benanntes und weltweit eingesetztes Verfahren ("Wollenberger Clamp").
2001 Anlässlich eines Staatsbesuches und als Ausdruck für die guten deutsch-russischen Beziehungen spricht der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, vor dem Deutschen Bundestag. Er hält seine Rede zum größten Teil auf Deutsch.
2006 Hans-Ulrich Brunner stirbt in Berlin im Alter von 63 Jahren. Der Schweizer Maler studierte und lehrte an der Universität der Künste in Berlin.
2009 Bundespräsident Horst Köhler unterschreibt nach einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht den Vertrag von Lissabon. Am 1. Dezember 2009 tritt der Vertrag in Kraft.
2011 Den Berlin-Marathon gewinnt Vorjahressieger Patrick Makau Musyoki aus Kenia in neuer Weltrekordzeit von 2:03:38. Er ist damit 21 Sekunden schneller als der bisherige Weltrekordhalter Haile Gebrselassie aus Äthiopien. Bei den Frauen siegt Florence Jebet Kiplagat, die ebenfalls aus Kenia stammt, in 2:19:44.