Montag, 30. Juni 2014

Kalenderblatt (30. Juni)

30. Juni

1803 Der Königliche Hofgärtner, Kastellan auf der Pfaueninsel und Publizist, Gustav Adolph Fintelmann, wird in Berlin geboren.
1814 Die 1793 von Johann Gottfried Schadow erschaffene und bei der Besetzung Berlins durch Napoleon im Jahr 1806 entwendete und nach Paris verbrachte Quadriga wird an ihrem ehemaligen Standort, dem Brandenburger Tor, wieder aufgestellt. Allerdings bleibt sie vorerst verhüllt und zeigt sich erst beim Einzug des aus Paris zurückkehrenden Königs Friedrich Wilhelm III am 9. August 1814 den Berlinern in neuem Gewand. Die einstige Friedensgöttin Eirene präsentiert sich nun als Siegesgöttin Viktoria - der Lorbeer wurde durch Eichenlaub ersetzt und der nun preußische Adler hält in seinen Krallen das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Eiserne Kreuz
1830 Friedrich von Motz stirbt in Berlin im Alter von 54 Jahren. Der preußische Staatsmann war Finanzminister, Oberpräsident der Provinz Sachsen und Regierungspräsident von Erfurt und Magdeburg. Er setzte sich für eine fortschrittliche Wirtschafts- und Verwaltungspolitik ein. U.a. förderte er die städtische Infrastruktur und bereitete die Gründung des Deutschen Zollvereins vor.
1842 Eduard Nietner wird in Potsdam geboren. Er ist Königlicher Hofgärtner in der Potsdamer Parkanlage Sanssouci und im Berliner Schlossgarten von Charlottenburg.
1875 Die Schriftstellerin Alice Berend wird in Berlin geboren. Als ihre Werke unter den Nationalsozialisten verboten werden, emigriert sie 1935 nach Italien.
1887 Der preußische Generalmajor, Artillerist und Erfinder, Adolf Siemens, stirbt in Berlin im Alter von 76 Jahren. 1866 nahm er am Deutschen Krieg teil und erhielt 1869 den Roten Adlerorden. Außerdem ist er der Erfinder eines elektrischen Distanzmessers zum Abfeuern von Geschützen.
1893 Walter Ulbricht wird in Leipzig geboren. Er ist Staats- und Parteichef der DDR. Unter seiner Führung wird die DDR in einen sozialistischen Staat umgewandelt und die Berliner Mauer errichtet. Die ihm anlässlich seines 70. Geburtstags verliehene Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin wird ihm am 29. September 1992 posthum aberkannt.
1913 Herta Heuwer wird in Königsberg/Russland als Herta Charlotte Pöppel geboren. Die Imbissbuden-Betreiberin gilt als Erfinderin der Berliner Currywurst.
1927 Anlässlich seines 80. Geburtstags wird Max Liebermann mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin ausgezeichnet. Der Maler und Grafiker ist einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus.
1941 Otto Sander wird in Hannover geboren. Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler arbeitet auch als Synchron- und Hörspielsprecher. U.a. wirkt er mit in "Das Boot", "Der Himmel über Berlin" und als Erzähler in "Das Parfum".
1951 Im Berliner Olympiastadion gewinnt der 1. FC Kaiserslautern gegen Preußen Münster mit 2:1 und wird deutscher Fußballmeister.
1958 Walther Schreiber stirbt in Berlin kurz nach Vollendung seines 74. Geburtstages. Der CDU-Politiker ist vom 22. Oktober 1953 bis zum 11. Januar 1955 Regierender Bürgermeister von Berlin.
1963 Das Alfred-Brehm-Haus im Tierpark Friedrichsfelde im Berliner Bezirk Lichtenberg, wird zum 70. Geburtstag von Walter Ulbricht eröffnet. Das damals größte Tierhaus der Welt, das sowohl Raubtiere als auch Vögel beherbergt, verfügt über eine rund 1100 m² große und bis zu 18 Meter hohe begehbare Tropenhalle.
1990 Die im August 1961 als Folge des Berliner Mauerbaus eingerichtete innerstädtische Grenzabfertigungsanlage Checkpoint Charlie in Berlin-Mitte wird geschlossen.
2005 Die Gustav-Heinemann-Brücke wird eröffnet. Die Fußgängerbrücke führt über die Spree und verbindet den Berliner Hauptbahnhof mit dem Regierungsviertel.
2006 Im Berliner Olympiastadion findet das erste Viertelfinalspiel der Fußball-WM statt. Vor 72000 Zuschauern erzielt die deutsche Nationalmannschaft gegen Argentinien ein 1:1. Da auch in der Verlängerung kein Tor fällt, kommt es zum Elfmeterschießen, das die Deuteschen mit 5:3 für sich entscheiden können.
2010 Der CDU-Politiker Christian Wulff wird bei der Bundespräsidentenwahl durch die Bundesversammlung zum Nachfolger von Horst Köhler gewählt. Er war der Kandidat von CDU, CSU und FDP. SPD und Bündnis 90/Die Grünen favorisierten Joachim Gauck. Die Linken hatten sich auf eine Frau verständigt, die Soziologin Luc Jochimsen.

Samstag, 28. Juni 2014

Kalenderblatt (28. Juni)

28. Juni

1675 In der Schlacht bei Fehrbellin, in der schwedische und brandenburg-preußische Truppen aufeinandertreffen, gelingt Kurfürst Friedrich Wilhelm trotz Übermacht des Gegners ein entscheidender Sieg. Damit werden die Schweden, die noch immer Teile Brandenburgs besetzt halten, endgültig vertrieben. Wenig später erhält der Sieger den Beinahmen "Der Große Kurfürst".
1757 Die Witwe von Friedrich Wilhelm I ("Soldatenkönig") und Mutter von Friedrich dem Großen, Sophie Dorothea, stirbt im Schloss Monbijou in Berlin im Alter von 70 Jahren.
1826 Konrad Gottlieb Ribbeck stirbt in Berlin im Alter von 67 Jahren. Dem Oberkonsistorialrat und Propst zu Berlin wurde am 6. Juli 1813 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Gewürdigt wurde sein seelsorgerischer Beistand für die Berliner Bürger während der französischen Besetzung der Stadt im Jahr 1806.
1838 Friedrich Accum, stirbt in Berlin im Alter von 69 Jahren. Der Chemiker, Forscher und Schriftsteller arbeitete zunächst in London auf dem Gebiet der Leuchtgasproduktion und leitete die erste Londoner Gasanstalt. Als er gegen giftige Zusatzstoffe in Lebensmitteln zu Felde zog und er deswegen von britischen Lebensmittelerzeugern verklagt wurde, siedelte er nach Berlin über, wo er als Lehrer am Gewerbeinstitut und an der Bauakademie tätig war.
1859 Ludwig Wilhelm Wichmann stirbt in Berlin. Der Bildhauer schuf u.a. eine Figurengruppe auf der Schlossbrücke in Berlin und war am Statuenschmuck des Kreuzbergdenkmals beteiligt. 1832 wurde er zum Professor an der Akademie der Künste ernannt.
1909 Ernst Levy von Halle stirbt in Berlin im Alter von 40 Jahren. Der Admiralitätsrat, Nationalökonom und Buchautor lehrte an der Friedrich-Wilhelms-Universität und an der TH Berlin.
1928 Der in Berlin geborene Journalist und Schriftsteller, Victor Auburtin, stirbt in Garmisch-Partenkirchen im Alter von 57 Jahren. Er arbeitete für die Berliner Börsenzeitung, für die Zeitschriften Jugend, Simplicissimus und das Berliner Tageblatt. Ab 1917 war er als Reiseschriftsteller und freier Korrespondent tätig.
1929 Der Berliner Fußballverein Hertha BSC unterliegt in Nürnberg der SpVgg Fürth mit 3:2 und wird deutscher Fußball-Vizemeister.
1941 Marie von Bunsen stirbt in Berlin im Alter von 81 Jahren. Die Schriftstellerin und Aquarellmalerin führte einen Berliner Salon und unternahm zahlreiche Reisen, die sie quer durch Europa und bis nach Afrika und Asien führten. Sie war Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen und gründete den Deutschen Lyceumklub in Berlin. 1918 trat sie der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei.
1948 Die britische Besatzungsmacht schließt sich der vom amerikanischen Militärgouverneur Lucius D. Clay eingerichteten Luftbrücke zur Versorgung der Bevölkerung und Garnisonen in den Westsektoren von Berlin an.
1959 Im Berliner Olympiastadion siegt Eintracht Frankfurt gegen Kickers Offenbach mit 5:3 n.V. und wird deutscher Fußballmeister.
1963 Zwei Tage nach dem Besuch des US-Präsidenten J.F. Kennedy in Westberlin, besucht der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow Ostberlin.
1979 Der Komponist und Dirigent Paul Dessau stirbt in Königs Wusterhausen bei Berlin. 1933 emigrierte er ins Ausland, um rassischer und politischer Verfolgung zuvorzukommen und siedelte nach Kriegsende in die DDR über.
2001 Emil Sebastian Bücherl stirbt in Berlin im Alter von 81 Jahren an den Spätfolgen eines Verkehrsunfalls. Der Wissenschaftler, Herzchirurg, Publizist und Professor an der Freien Universität Berlin gilt als Pionier der deutschen Kunstherzforschung und der Organtransplantation. Außerdem forschte er auch auf dem Gebiet künstlicher Luft- und Speiseröhren und ihm gelang die Weiterentwicklung des implantierbaren Herzschrittmachers. Aus seinem 1974 gegründeten "Forschungshaus" ging 1986 das heutige "Deutsche Herzzentrum Berlin" hervor.

Peter Brasch stirbt in Berlin im Alter von 45 Jahren. Der Schriftsteller arbeitete für den Rundfunk der DDR und nach der Wende als freischaffender Schriftsteller.
2003 Martin Sperlich stirbt in Berlin im Alter von 84 Jahren. Der Kunsthistoriker war von 1969 bis 1984 Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin und wirkte ab 1973 als Professor für Gartengeschichte an der Freien Universität Berlin.

Berlin feiert seine 25. Christopher-Street-Day-Parade Der CSD zählt in diesem Jahr mehr als 600.000 Teilnehmer, darunter befinden sich auch Claudia Roth, Alice Schwarzer, Barbara Schöne und Ina Deter. Bereits am 20. Juni hatte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, gemeinsam mit dem Landessprecher des Lesben- und Schwulenverbandes, Alexander Zinn, vor dem Roten Rathaus die Regenbogenfahne aufgezogen.
2008 Am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen findet im Vorfeld der Demonstration zum Christopher Street Day eine Gedenkfeier statt. Auch Wolfgang Thierse und ein Überlebender des KZ Buchenwald wohnen dieser Zeremonie bei.
2010 Dietrich Karl Nummert stirbt in Berlin im Alter von 82 Jahren an einem Krebsleiden. Der Journalist und Autor arbeitete u.a. für die Berliner Verlage "Junge Welt" und "Neues Leben". Danach arbeitete er als freier Journalist für verschiedene DDR-Zeitungen. Nach der Wende war er für die "Berlinische Monatsschrift" tätig.
2013 Am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte wird ein offensichtlich geistig verwirrter 31-jähriger Mann von einem Polizisten erschossen. Der Getötete hatte zuvor nackt im Brunnen gebadet und sich selbst mit einem Wellenmesser an Hals und Armen verletzt. Als er der Aufforderung der Polizei, das Messer wegzulegen, nicht Folge leistete sondern auf einen der Polizisten zuging, wurde er durch einen Lungenschuss tödlich verletzt.

Freitag, 27. Juni 2014

Kalenderblatt (27. Juni)

27. Juni

1778 Der Mediziner, Naturforscher und Publizist, Friedrich Martini, stirbt in Berlin im Alter von 48 Jahren. Er war als Arzt in Berlin tätig und gründete hier 1764 die Gelehrte Journalgesellschaft für Arzneikunde, Ökonomie und Naturgeschichte und 1773 die Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin.
1804 Der Physiker, Forscher und Publizist, Peter Rieß, wird in Berlin geboren. Als erster Jude wird er Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften. Er beschäftigt sich insbesondere mit dem Magnetismus und der Reibungselektrizität.
1876 Der Zoologe, Mikrobiologe, Ökologe und Geologe, Christian Gottfried Ehrenberg, stirbt in Berlin im Alter von 81 Jahren. Er ist der Begründer der Mikropaläontologie und Mikrobiologie.
1882 Eduard Spranger wird als Franz Ernst Eduard Schönenbeck in Berlin-Lichterfelde geboren. Der Philosoph, Pädagoge und Psychologe ist einer der profiliertesten Vertreter der geisteswissenschaftlichen Pädagogik.
1922 Im Plenarsaal des Berliner Reichstagsgebäudes findet eine Trauerkundgebung für den am 24. Juni ermordeten Außenminister Walther Rathenau statt. Das Attentat, das landesweit Trauer, Wut und Empörung ausgelöst hat, führt in vielen Städten zu Protesten gegen den rechten Terror. Reichstagspräsident Paul Löbe eröffnet die Sitzung des Plenums und warnt: "Auf dem Spiele steht das deutsche Land, das deutsche Volk, die deutsche Republik."

Bei einem schweren S-Bahnunglück im Berliner Stadtgebiet werden mindestens 40 Fahrgäste getötet und über 30 schwer verletzt. Wegen einer Protestkundgebung des Personals anlässlich der Beisetzung des ermordeten Außenministers Walter Rathenau, ist der Straßenbahn-, Omnibus- und U-Bahnverkehr lahmgelegt. Dadurch sind die Züge der S-Bahn dermaßen überfüllt, dass viele Passagiere auf den Trittbrettern mitfahren. Als ein Trittbrettfahrer durch eine unverschlossene Tür in einer Kurve aus dem Gleichgewicht gerät, schleudern die langen Stangen, die er bei sich trägt, in die Trittbrettfahrer eines Gegenzuges und verursachen eine Katastrophe.
1943 Im Berliner Olympiastadion gewinnt der Dresdner SC gegen den FV Saarbrücken mit 3:0 und wird deutscher Fußballmeister.
1984 Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ostberlin wird vorübergehend geschlossen, da immer öfter DDR-Bürger in das Gebäude drängen, um ihre Ausreise zu erzwingen. Zum Zeitpunkt der Schließung befinden sich in der Vertretung 55 Personen, denen nach zähen Verhandlungen die Ausreise ermöglicht wird.
1995 In Berlin-Zehlendorf wird einer der spektakulärsten Banküberfälle in der deutschen Kriminalgeschichte verübt. Eine aus elf Mitgliedern bestehende internationale Bande graben sich von einer angemieteten Garage einen Tunnel in die Commerzbank-Filiale. Vier der Täter begehen um 10.25 Uhr den Überfall, nehmen 16 Geiseln und fordern 17 Millionen Mark Lösegeld, einen Hubschrauber und einen Fluchtwagen. Die Polizei übergibt den Bankräubern 5,62 Millionen Mark, in der Hoffnung, damit einige der Geiseln "freikaufen" zu können. Nach 18 Stunden und nach Ablauf eines Ultimatums stürmt die Polizei schließlich das Gebäude. Zwar sind alle Geiseln unversehrt, doch die Räuber sind mit dem Lösegeld und dem Inhalt von rund der Hälfte der 400 Schließfächer durch den Tunnel entkommen. Von der Beute, die auf etwa 16,3 Millionen Mark geschätzt wird, können lediglich 5,3 Millionen Mark sichergestellt werden. Einige der Täter werden festgenommen und zu Haftstrafen zwischen drei und dreizehn Jahren verurteilt.
2000 Der französische Staatspräsident Jacques Chirac ist der erste Gastredner im Plenarsaal des umgebauten Reichstagsgebäudes. Seine Rede dreht sich um die deutsch-französische Freundschaft und die historische Aussöhnung zwischen den beiden Nationen. Er spricht sich für die Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen aus.
2003 Die Philologin, Professorin und Autorin, Gabriele Thome, stirbt in Berlin im Alter von 52 Jahren. Sie war Professorin an der Freien Universität Berlin und Direktorin des Instituts für Griechische und Lateinische Philologie.
2006 Joschka Fischer, die Galionsfigur der Grünen, verabschiedet sich aus dem Bundestag und übernimmt eine Gastprofessur an der Princeton University/USA.
2009 Bei den deutschen Meisterschaften stellt die Schwimmerin vom SG Neukölln Berlin, Britta Steffen, mit 52,56 Sekunden einen erneuten Weltrekord über 100 m Freistil auf. Ihre erst zwei Tage alte Bestzeit lag bei 52,85.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Kalenderblatt (26. Juni)

26. Juni

1793 Karl Philipp Moritz stirbt in Berlin im Alter von 36 Jahren an einem Lungenödem. Der Schriftsteller, Schauspieler, Philosoph, Kunsttheoretiker und Journalist gilt als Wegbereiter der mdernen Psychologie.
1831 Der Journalist und Schriftsteller, Julius Rodenberg, wird als Julius Levy in Rodenberg/Niedersachsen geboren.
1863 Alfred Grenander wird in Skövde/Schweden geboren. Der Architekt gestaltet rund 70 Berliner U-Bahnhöfe und prägt damit entscheidend das Stadtbild Berlins mit.
1923 Der Autor, Regisseur und Komiker, Hans-Joachim Preil, wird in Köslin/Polen geboren. 1961 kommt er nach Berlin, wo er u.a. die Rundfunksendung "Preil um elf" moderiert.
1926 Der Kaufmann, Kommunalpolitiker und Vorsitzender des Berliner Vereins des Roten Kreuzes, Hermann Bamberg, wird zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt.
1933 Claudio Abbado wird in Mailand geboren. Der weltweit renommierte Dirigent tritt im Oktober 1989 die Nachfolge von Herbert von Karajan als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker an. Diese Funktion hat er bis 2002 inne.
1948 Nachdem die Sowjets die Zufahrtswege von und nach Westberlin blockiert haben, wird die Stadt auf dem Luftweg versorgt. Die erste Maschine der US-Luftwaffe fliegt den Flughafen Tempelhof an und startet damit die Berliner Luftbrücke.
1954 Matthias Heinrich wird in Berlin geboren. Papst Benedikt XVI ernennt ihn zum Weihbischof im Erzbistum Berlin. Die Bischofsweihe findet am 19. April 2009 in der St. Hedwigs-Kathedrale statt.
1957 Der Arzt und Schriftsteller, Alfred Döblin, stirbt während eines Klinikaufenthalts in Emmendingen/Baden-Württemberg im Alter von 78 Jahren an der Parkinson-Krankheit. Der Jude und Sozialist verließ 1933 Deutschland und nahm die französische Staatsbürgerschaft an. Er wurde bekannt durch Romane, Novellen und Erzählungen. Sein bekanntestes Werk hierzulande ist "Berlin Alexanderplatz".
1963 John F. Kennedy hält sich im Rahmen seines viertägigen Deutschlandbesuchs acht Stunden in Westberlin auf. Vor dem Schöneberger Rathaus hält er seine berühmt gewordene Rede:
"All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and therefore, as a free man, I take pride in the words: ich bin ein Berliner!"
1981 Grundsteinlegung für den Neubau des Friedrichstadtpalastes in Berlin-Mitte, der knapp drei Jahre später, am 27. April 1984, eröffnet wird.
2005 Die in Berlin geborene Konzertpianistin und Klavierpädagogin, Johanna Margarete ("Grete") Sultan stirbt nur wenige Tage nach ihrem 99. Geburtstag in New York City. Bereits mit 15 Jahren begann sie ihr Studium an der Berliner Musikhochschule. 1941 emigrierte die Jüdin in die USA. Ihren letzten Bühnenauftritt hatte sie im Alter von 90 Jahren.
2011 Nach der Eröffnungsfeier im Berliner Olympiastadion beginnt die 6. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Die deutsche Mannschaft erzielt im Eröffnungsspiel gegen die Kanadierinnen einen 2:1-Erfolg.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Kalenderblatt (25. Juni)

25. Juni

1795 Karl Wilhelm Mayer wird in Berlin geboren. Er gilt als Mitbegründer der modernen Gynäkologie. Bemerkenswert ist auch sein soziales Engagement, denn mittellose Frauen behandelt er unentgeltlich. 1840 ernennt ihn der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV zum Sanitätsrat und 1846 zum Geheimen Sanitätsrat.
1796 Zar Nikolaus I wird bei Petersburg/Russland geboren. Am 18. Oktober 1837 wird ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin verliehen.
1822 Ernst Theodor Amadeus ("E.T.A.") Hoffmann stirbt in Berlin im Alter von 46 Jahren an einer Atemlähmung. Der Kammergerichtsrat wurde bekannt als Schriftsteller, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist.
1864 Walther Nernst wird in Briesen/Polen geboren. Für seine Forschung in der Thermochemie erhält der Physiker und Chemiker 1920 den Nobelpreis.
1869 Heinrich Lüders wird in Lübeck geboren. 1909 erhält der national und international vielfach ausgezeichnete Orientalist, Indologe und Publizist einen Lehrstuhl an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.
1878 Die linksliberale Politikerin und Frauenrechtlerin, Marie-Elisabeth Lüders, wird in Berlin geboren. Von 1919 bis 1933 ist sie Reichstagsabgeordnete und von 1953 bis 1961 Mitglied des Deutschen Bundestags. Sie ist die erste Frau in Deutschland mit einem Doktortitel. Anlässlich ihres 80. Geburtstags wird sie Ehrenbürgerin der Stadt Berlin. Nach ihr benannt ist das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus im Berliner Regierungsviertel.
1910 Der Chemiker, Forscher und Hochschullehrer, Hugo Erdmann, stirbt bei einem Bootsunfall auf dem Müritzsee/Lkr. Mecklenburgische Seenplatte im Alter von 48 Jahren. 1901 wechselte er an die Technische Hochschule Charlottenburg (heute Berlin). Nach ihm und Jacob Volhard wurde die Volhard-Erdmann-Zyklisierung benannt. Außerdem schuf Erdmann den Begriff "Edelgase"
1948 General Lucius D. Clay befiehlt formell die Errichtung der Berliner Luftbrücke. Schon einen Tag später fliegt die erste Maschine der U.S. Air Force zum Flughafen Tempelhof - der Anfang der "Operation Vittles". Die "Operation Plainfare" der britischen Luftwaffe folgte zwei Tage später.
1949 Nur wenige Wochen nach dem Ende der Berlin-Blockade durch die Sowjets, erhält der Platz vor dem Tempelhofer Flughafen den Namen "Platz der Luftbrücke". Das Luftbrückendenkmal, von den Berlinern "Hungerharke" genannt, wird 1951 nach dem Entwurf von Eduard Ludwig errichtet.
1950 Im Berliner Olympiastadion gewinnt der VfB Stuttgart mit 2:1 gegen Kickers Offenbach und wird Deutscher Fußballmeister.
1997 Der Berliner Historiker und Judaist, Andreas Nachama, wird zum Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gewählt. Seit 1980 ist er Leiter der Berliner Festspiele und seit 1994 der geschäftsführende Direktor der Stiftung Topografie des Terrors.
2001 Die Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin, Barbara Dittus, stirbt in Berlin nach langer schwerer Krankheit, kurz vor ihrem 62. Geburtstag.
2005 Der Unternehmer Rolf Opitz stirbt in Berlin im Alter von 62 Jahren an einem Krebsleiden. Der Vorsitzende einer Magdeburger Wohnungsbaugenossenschaft setzte sich für den Bau der Grünen Zitadelle von Magdeburg ein. Das Richtfest des Gebäudes von Friedensreich Hundertwasser konnte Opitz noch miterleben, die Fertigstellung aber nicht.
2009 Die Schwimmerin vom SG Neukölln Berlin, Britta Steffen, stellt mit 52,85 Sekunden einen neuen Schwimmweltrekord über 100 m Freistil auf.

Das Bundessozialgericht in Kassel hält die Praxisgebühr für gesetzlich Krankenversicherte in Höhe von zehn Euro pro Quartal für verfassungskonform. Damit wird die Klage eines Nürnbergers abgewiesen, der in der Praxisgebühr eine Verfassungs- und Gleichheitswidrigkeit sah.
2010 Der Bundesgerichtshof fällt ein Grundsatzurteil zur Sterbehilfe. Demnach dürfen künftig lebensverlängernde Maßnahmen abgebrochen werden, wenn eine entsprechende schriftliche oder mündliche Verfügung des Patienten vorliegt. Eine Tötung durch die Giftspritze bleibt dagegen strafbar.

Der Pannen-Flughafen BER macht zum ersten Mal Schlagzeilen, als die Eröffnung des Airports - angeblich wegen der Insolvenz einer Planungsfirma - verschoben und die angekündigte große Einweihungs-Party abgesagt werden muss. Dies ist der Beginn einer unendlichen Geschichte von Terminverschiebungen, Kündigungen, Rücktritten und Korruptionsvorwürfen.

Montag, 23. Juni 2014

Kalenderblatt (23. Juni)

23. Juni

1771 Der Generalfeldmarschall und preußische Kriegsminister, Hermann von Boyen, wird in Kreuzburg/Russland geboren. Er setzt sich für eine konsequente Militärreform ein und ist auch als Autor tätig. Am 19. November 1842 wird er Ehrenbürger der Stadt Berlin,
1775 Der Abenteurer, Glücksritter und notorische Spieler, Karl Ludwig von Pöllnitz, stirbt verarmt in Berlin im Alter von 83 Jahren. Der Autor von Reiseberichten und pikanten Klatschgeschichten, der mehrmals die Konfession wechselte, wurde unter dem Soldatenkönig zunächst Kammerherr und unter Friedrich dem Großen Oberzeremonienmeister
1794 Der Steinmetz, Bildhauer und Baumeister, Christian Gottlieb Cantian, wird in Berlin geboren. Bekannt wird er durch seine 75 Tonnen schwere Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum.
1804 Der Maschinenbauer und Fabrikant, August Borsig, wird in Breslau geboren. 1837 gründet er in Berlin-Tegel die Borsigwerke, ein Maschinenbauunternehmen, das bald der größte Lokomotivenlieferant Europas wird.
1805 Der Bildhauer Friedrich Drake wird in Pyrmont geboren. Er ist ein Schüler von Christian Daniel Rauch. Sein bekanntestes Werk ist die Viktoria auf der Berliner Siegessäule.
1806 Der Maler Adolf Friedrich Harper stirbt in Berlin im Alter von 80 Jahren. Zunächst wirkte er am Hof von Herzog Karl Eugen von Württemberg und späer als Lehrer und Professor. Er widmete sich vorwiegend der Landschaftsmalerei.
1837 Der Kommunalpolitiker, Autor, Geschichts- und Heimatforscher sowie Mitbegründer der deutschen Kolonialbewegung, Ernst A. Friedel, wird in Berlin geboren.
1882 Der Maler und Restaurator, Johann Christian Xeller, stirbt in Berlin im Alter von 97 Jahren. Er restaurierte Gemälde für die Berliner Gemäldegalerie und erhielt 1857 den Professorentitel.
1909 Die kommunistische Widerstandskämpferin gegen die Nationalsozialisten, Liselotte Herrmann, wird in Berlin geboren.
1948 Auch in den Westsektoren Berlins wird die DM eingeführt. Die Sowjets reagieren darauf mit der Blockade aller Zufahrtswege von und nach Westberlin.
1996 Im Berliner Olympiastadion feiert Papst Johannes Paul II vor 90000 Gläubigen eine Messe. Ein Höhepunkt ist die Seligsprechung des ehemaligen Berliner Dompropstes, Bernhard Lichtenberg, der öffentlich für die Verfolgten eingetreten war und auf dem Transport in das KZ Dachau verstarb.
1999 Die Berliner Philharmoniker wählen den Briten Sir Simon Rattle zu ihrem neuen Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter. Damit tritt dieser die Nachfolge des 2014 verstorbenen italienischen Dirigenten, Claudio Abbado, an.
2004 Der evangelische Theologe, Altertumsforscher und Buchautor, Günther Kehnscherper stirbt in Berlin im Alter von 75 Jahren. 1966 wurde er Dozent für Praktische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und 1970 Professor für Praktische Theologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.
2009 Der Bundesgerichtshof weist die Klage einer Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen, die ihr Persönlichkeitsrecht durch die Lehrerbenotungen im Online-Portal "Spickmich.de" eingeschränkt sieht, ab. Der BGH erklärt die Bewertungen für zulässig, da diese "weder schmähend noch beleidigend" seien. Außerdem ist nach dem Urteil der Richter das Recht auf freien Meinungsaustausch höher zu bewerten als der Persönlichkeitsschutz der Lehrerin. Eine daraufhin angestrengte Verfassungsbeschwerde der Klägerin wird vom Bundesverfassungsgericht nicht angenommen.
2010 Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler, Frank Giering, stirbt überraschend im Alter von 38 Jahren. Seine Agentur gibt als Todesursache eine akute Gallenkolik an.

Sonntag, 22. Juni 2014

Kalenderblatt (22. Juni)

22. Juni

1767 Wilhelm von Humboldt wird in Potsdam geboren. Der preußische Gelehrte, Diplomat und Staatsmann ist maßgeblich an der Gründung der später nach ihm benannten Berliner Universität beteiligt.
1771 Johann Ernst Plamann wird in Repzin/Polen geboren. Der Reformpädagoge gründet nach dem Vorbild Pestalozzis 1805 eine Schule, aus der 1812 die Plamannsche Erziehungsanstalt hervorgeht. Aus Geldmangel und auf politischen Druck hin muss Plamann seine Anstalt 1827 schließen.
1846 Gustav Adolph Fintelmann wird auf der zwischen Potsdam und Berlin gelegenen Pfaueninsel geboren. 1898 wird er Hofgartendirektor und gleichzeitig Direktor an der Königlichen Gärtnerlehranstalt.
1868 Oskar Lasche wird in Leipzig geboren. Der Maschinenbau-, Elektro- und Eisenbahningenieur wird 1902 in Berlin Direktor einer Maschinenfabrik und zwei Jahre später erster Direktor der AEG-Turbinenfabrik. Dort entwickelt er Dampfturbinen und konstruiert einen elektrischen Schnellbahnwagen, der 1903 mit 210 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord aufstellt.
1910 Konrad Zuse wird in Berlin geboren. Der Bauingenieur, Erfinder und Unternehmer entwickelt 1941 den ersten Computer der Welt.
1926 Die Komponistin, Cembalistin und Organistin, Ruth Zechlin, wird in Großhartmannsdorf/Sachsen geboren. 1990 wird sie Rektorin der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" und 1990 Vizepräsidentin der Akademie der Künste zu Berlin.
1930 Der Berliner Fußballverein Hertha BSC gewinnt im Düsseldorfer Rheinstadion gegen Holstein Kiel mit 5:4 und wird damit Deutscher Fußballmeister. Auch in der darauffolgenden Saison erringt Hertha die Deutsche Meisterschaft.
1936 Der 54-jährige Berliner Physiker, Philosoph und Begründer des Wiener Kreises, Moritz Schlick, wird in Wien von einem seiner ehemaligen Studenten erschossen. Der Attentäter wird zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, aber bereits zwei Jahre später auf Bewährung aus der Haft entlassen.
1941 Ohne Kriegserklärung überfällt die Deutsche Wehrmacht die UdSSR. Der Deutsch-Sowjetische Krieg, der unter dem Decknamen "Unternehmen Barbarossa" militärisch vorbereitet worden war, führt nach anfänglichen Erfolgen im Kriegswinter 1942/43 in die Katastrophe in der Schlacht von Stalingrad.

Im Berliner Olympiastadion besiegt Rapid Wien den FC Schalke 04 mit 4:3 und wird Deutscher Fußballmeister.
1991 Im Berliner Olympiastadion besiegt Werder Bremen mit 4:3 im Elfmeterschießen den 1. FC Köln und gewinnt damit den DFB-Pokal.
1998 Klaus Piontek stirbt in Berlin im Alter von 63 Jahren. Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler war auch als Regisseur und Synchronsprecher tätig.
2005 Hans-Joachim Bautsch stirbt in Berlin im Alter von 75 Jahren. Der Mineraloge und Forscher wurde 1970 Professor für Kristallographie an der Humboldt-Universität zu Berlin und übernahm 1984 die Leitung des Mineralogischen Museums.
2014 Der ehemalige CIA-Mitarbeiter, Edward Snowden, wird mit dem "Berliner Preis für Zivilcourage" ausgezeichnet. Die britische Journalistin und Internetaktivistin, Sarah Harrison, nimmt den Preis stellvertretend für den Whistleblower entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro stammt von privaten Spendern aus mehreren Ländern. Der Grünen-Politiker, Hans-Christian Ströbele, dankt Snowden in seiner Laudatio dafür, den größten Abhörskandal aller Zeiten aufgedeckt zu haben.